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Reportage hierzu bei Radio Euskirchen:

Quelle: Gemünd Rundschau

Dank „Schnäppchen“ Kneippen im Kurpark


Von ALICE GEMPFER, 17.06.09, 07:00h

Gemünd soll Kneipp-Kurort bleiben. Das betonte Bürgermeister Ralf Hergarten bei der Einweihung eines neuen Kneipp-Tretbeckens im Gemünder Kurpark. Bereits seit Monaten beschäftige…

GEMÜND. Gemünd soll Kneipp-Kurort bleiben. Das betonte Bürgermeister Ralf Hergarten bei der Einweihung eines neuen Kneipp-Tretbeckens im Gemünder Kurpark. Bereits seit Monaten beschäftige man sich mit der Thematik und entwickle Strategien, den Status aufrecht zu erhalten. Neben der Anschaffung des Edelstahl-Tretbeckens wurden daher im Haushalt auch je 5000 Euro für ein Klimakontroll- und ein Lufthygiene-Gutachten eingestellt, die bereits in Auftrag gegeben wurden.

Die Sanierung der alten Becken, so Horst Kirfel von der Stadt Schleiden, wäre teurer gewesen als die Anschaffung des neuen. Dabei nämlich hat die Stadt ein „Schnäppchen“ gemacht: Für 9500 Euro konnte sie das gute Stück, ein Ausstellungsmodell aus einer Bocholter „Testanlage“ für Tretbecken, erstehen. Kirfel: „Normalerweise kosten derartige Modelle gut 42 000 Euro.“ Nach einem „abenteuerlichen Transport“, so Kirfel, haben Mitarbeiter des Bauhofs das Becken installiert. Hergarten: „Der Standort wurde bewusst in unmittelbarer Nähe des Nationalparkzentrums gewählt. Besucher sollen sehen, dass es das Angebot gibt.“

Achim Bädorf, Vorsitzender des Verbands deutscher Kneipp-Heilbäder und Kurorte, sprach sich für Gemünd als Kneipp-Kurort aus: „Neben der medizinischen Kompetenz und der Kneippanwendungen ist die Bewegung eine der fünf Säulen der Kneippkur. Da ist der Standort besonders interessant, weil Gemünd die direkte Brücke in den Nationalpark bietet – wo könnte das besser gehen als auf den wegen im Nationalpark.“ Die unmittelbare Nähe von Heilbädern und Naturzentren sei selten gegeben, was Gemünd eine gewisse Alleinstellung verschaffe.
Derzeit, so räumte Hergarten ein, liege die Zahl der Patienten, die sich mit medizinischen Indikationen an die ansässigen Kurärzte wendeten, im einstelligen Bereich, aber „wir wollen das wieder aktivieren, und dafür müssen wir investieren.“ In diesem Zuge soll Touristikerin Sophia Eckerle auch Pauschalangebote entwickeln. Flankierende Angebote, so die Schleidener Yogalehrerin Anka Ingmanns, gebe es reichlich im Stadtgebiet.

Die medizinische Bademeisterin Elfi Weischede, die eine kurze Einführung zum „Kneippen“ gab, kann sich vorstellen, dass die Bäderanlage im Kurhaus, die nicht mehr genutzt wird, in Absprache mit Familie Scholzen vom Kurparkrestaurant wieder aktiviert werden könnte. In jedem Fall soll es, so Weischede, noch in diesem Jahr über den Kneipp-Verein Euskirchen Angebote in Gemünd geben.

Um Gemünd als Kneipp-Kurort zu erhalten, so Hergarten, werde man sukzessive die Infrastruktur wieder aufbauen. Parallel soll der Standort gezielt beworben werden. In diesem Zusammenhang begrüße er auch Pläne, den Kurpark mit Kräuterwiesen und Teichanlagen umzugestalten. Zwei Gemünder Planer hatten dies vorgeschlagen. Seit 1976, so Eckerle, sei Gemünd staatlich anerkannter Kneipp-Kurort, die Kurtradition des Ortes gehe aber bis in die 30er Jahre zurück.